Das 2. Jahrzehnt 1976-1986 (Basierend auf dem Originaltext von Walter Engstler, aktualisiert von Stefan Wientjes)Ein Jahrzehnt des Wandels (ca. 1976–1986)Das zweite Jahrzehnt des Boule‑Club Saarlouis war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen – sportlich, organisatorisch und kulturell. Die frühen Spielerinnen und Spieler der Gründungszeit traten zunehmend in den Hintergrund, während viele neue Mitglieder den Verein verjüngten und ihm ein frisches Gesicht gaben.Die Folge: Die Mitgliederzahlen stiegen deutlich, und nur wenige „alte Kämpfer“ blieben dauerhaft aktiv.Öffnung nach außen – Frankreich, Landesverband, BundesebeneDer Verein wagte in dieser Phase einen wichtigen Schritt: die konsequente Öffnung über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.Partnerschaft nach FrankreichEin intensiver Austausch begann mit den Boulefreunden aus Creutzwald, wodurch erstmals regelmäßige internationale Vereinskontakte entstanden.Vom Freizeittreff zum sportlich orientierten VereinMit der neuen Ausrichtung verschob sich der Schwerpunkt vieler Spieler zunehmend vom geselligen Beisammensein hin zum sportlichen Wettkampf.Dies führte einerseits zu einem deutlich höheren Spielniveau – mit Erfolgen auf Landes‑, Bundes‑ und internationaler Ebene –, andererseits aber auch dazu, dass der einst rege besuchte Bouleplatz am Sonntag zunehmend leer blieb.Der neue Bouleplatz im Stadtgarten (1979)Ein entscheidender Meilenstein war 1979 die Fertigstellung eines neuen Bouleplatzes nur wenige Meter vom „alten Katerturm“-Gelände entfernt:Großzügige AnlageFlutlichtEigenes ClubhausEinbindung in den StadtgartenDiese Anlage entwickelte sich zu einem der schönsten und beliebtesten Bouleplätze Deutschlands. Die Wege des Stadtgartens boten unbegrenzte Spielvarianten auf unterschiedlichstem Terrain – ideal für Turniere jeder Größe. Am 12. April 1979 berichtete die Saarbrücker Zeitung über ein bedeutendes Vorhaben im Stadtgarten Saarlouis. Im Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung des Restaurants Katerturm beschloss der Finanz‑ und Bauausschuss der Stadt Saarlouis auch den Neubau der bereits vorhandenen Bouleanlage des BC Saarlouis.Das Projekt sah die Errichtung von fünf Spielbahnen mit jeweils vier Metern Breite und 15 Metern Länge vor. Um Boulespiele auch in den späten Abendstunden zu ermöglichen, war zudem der Bau einer Flutlichtanlage mit zwei leistungsstarken Flutlichtmasten vorgesehen.Der vollständig erhalten gebliebene Baumbestand des Stadtgartens, ergänzt durch neu geplante Grünanlagen, sollte den Bodenbelag der Sportanlage einrahmen und den Sportlern insbesondere in den Sommermonaten eine naturnahe und zugleich moderne Spielstätte bieten – eine Anlage, die allen Anforderungen des zeitgemäßen Boulesports gerecht werden sollte.Zum Zeitpunkt des Berichts war die Sportanlage – mit Ausnahme der abschließenden Deckschicht, der Beleuchtungsanlage und der Grünflächen – bereits fertiggestellt. Ein Verbindungsweg zum Katerturm diente künftig als Zufahrt, während der alte Bouleplatz zu einem Parkplatz ausgebaut werden sollte.Aufgrund des langen Winters mussten die Bauarbeiten allerdings für rund drei Monate unterbrochen werden. Die Gesamtkosten des Projekts, einschließlich der Parkwege, wurden auf rund 75.000 Deutsche Mark geschätzt.1980 war es dann soweit: Das traditionelle 1.-Mai-Turnier begann mit einem ganz besonderen Ereignis. Im Rahmen des Turniers wurde das neue Clubheim des Boule Club Saarlouis feierlich eingeweiht. Die Stadt Saarlouis hatte das Clubhaus ein Jahr zuvor im Stadtgarten für den Verein eingerichtet.Oberbürgermeister Dr. Manfred Henrich übergab das neue Clubheim im Rahmen einer offiziellen Feierstunde symbolisch an die Mitglieder des Boule Clubs Saarlouis und setzte damit ein wichtiges Zeichen der Anerkennung für die Vereinsarbeit.Starke Jugend – ein Glücksfall für den VereinBesonders positiv wirkte sich die große Zahl spielbegeisterter Jugendlicher aus, die in diesen Jahren zum Verein stießen. Ihre behutsame Förderung und erfolgreiche Integration in den Spielbetrieb brachte mehrere herausragende Spielerpersönlichkeiten hervor. Bemerkenswert: Alle Jugendlichen waren Kinder aktiver Vereinsmitglieder. Turnierkultur und VereinslebenIn diesem Jahrzehnt entstand eine reiche Turnier- und Veranstaltungstradition, die den Jahreslauf prägte:WinterturnierHasenturnierClubmeisterschaftenKirmesturnierJahresabschlussfestZudem pflegte der Verein Kontakte nach Marmoutier (Elsass), Mitry‑Mory (bei Paris) und Aubonge (Belgien).Auch die Stadtmeisterschaften und das 1.-Mai-Turnier etablierten sich als feste Größen – mit Teilnehmenden aus Belgien, Luxemburg und vor allem aus Lothringen.Darüber hinaus richtete der BC 66 zahlreiche Saarlandmeisterschaften und Pokalturniere aus und erarbeitete sich den Ruf hoher Zuverlässigkeit und Organisation.Höhepunkte des JahrzehntsZu den besonderen Ereignissen dieser Zeit zählte unter anderem der offizielle Concours de Pétanque der französischen Fédération im Jahr 1977 – ein starkes Zeichen der Anerkennung über die Landesgrenzen hinweg.1979 – Die Geburtsstunde des Saarländischen Boule‑Verbands (SBV)Ein besonders historisches Jahr war 1979, als sich auf Initiative des BC 1966 Saarlouis sechs Vereine in Völklingen trafen, um den Saarländischen Boule‑Verband (SBV) zu gründen.Gründungsvereine SBVSaarlouisSaarwellingenSaarbrücken Nanteser PlatzDillingenVölklingenNalbachWie bedeutend dieser Schritt war, zeigt ein Blick auf die Entwicklung:1979: 6 Vereine1996: bereits 52 Vereine2026: 60 Vereine mit 1.700 MitgliedernWalter Engstler – Pionier des Boulesports im SaarlandWalter Engstler hat den Boulesport im Saarland über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt – weit über sein langjähriges Engagement im Vorstand des Boule Clubs Saarlouis hinaus. Mit Weitblick, Organisationsgeschick und großem persönlichen Einsatz leistete er echte Pionierarbeit für den organisierten Boulesport auf Landesebene.Bereits 1979 gehörte Walter Engstler zu den zentralen Initiatoren der Gründung des Saarländischen Bouleverbandes (SBV). Am 2. März 1979 wurde er zum ersten Präsidenten des neu gegründeten Verbandes gewählt. In diesem Amt strukturierte er den SBV von Grund auf, führte ihn mit sicherer Hand und legte die organisatorischen Fundamente, auf denen der Verband bis heute aufbaut. Sein Ziel war es stets, eine tragfähige, übersichtliche und zugleich zukunftsorientierte Verbandsstruktur zu schaffen – umsichtig geplant und kreativ weiterentwickelt.Während seiner Präsidentschaft bis zum 22. Februar 1985 wurden entscheidende Meilensteine gesetzt: Die Saarlandmeisterschaften sowie der Ligabetrieb wurden eingeführt und etabliert. Damit schuf Walter Hengstler verlässliche Rahmenbedingungen für sportlichen Wettbewerb, Nachwuchsförderung und die nachhaltige Entwicklung des Boulesports im Saarland.Auch nach seiner Präsidentschaft blieb er dem Landesverband eng verbunden. Von 1985 bis 1991 wirkte Walter Hengstler als Landessportwart des SBV und war in dieser Funktion eine prägende Figur für den sportlichen Betrieb. In dieser Zeit leistete der Saarländische Bouleverband – wie bereits zuvor – in vielerlei Hinsicht Vorreiterarbeit, die auch auf Bundesebene hohe Anerkennung fand.Als Anerkennung für seine außergewöhnlichen Verdienste zeichnete der Saarländische Bouleverband Walter Engstler im Jahr 1987 mit der Goldenen Ehrennadel aus – eine Auszeichnung für seinen konsequenten Einsatz, seine Leidenschaft für den Sport und sein nachhaltiges Wirken für die Boule-Gemeinschaft.Sein Wirken hat den Boulesport im Saarland entscheidend mitgeprägt und bleibt untrennbar mit seiner positiven Entwicklung verbunden. 1983 Die erste saarländische Lizenz der F.I.P.J.P mit der Nr. 001Landesverband und neue TurnierlandschaftMit der Gründung des Landesverbandes nahm der BC Saarlouis verstärkt an Turnieren auf Landesebene teil und richtete selbst große Turniere aus – ein deutlicher Professionalisierungsschub.Nationale Erfolge und legendäre TurnierreisenDer Anschluss an den Deutschen Pétanque Verband öffnete die Tür zu Turnieren und Meisterschaften auf Bundesebene. Spielorte wie Singen, Rastatt, Raunheim oder Freiburg wurden für viele Vereinsmitglieder zu regelrechten Legenden. 1982 – Start der LandesligaNaheliegende Folge des Verbandsaufbaus war 1982 die Einführung der Landesliga, zunächst mit acht Vereinen. Bis 1996 hatte sich daraus ein differenziertes Ligensystem mit Landesliga, Oberliga, Regional‑, Verbands- und Bezirksligen entwickelt in der über 100 Mannschaften aktiv sind.Der BC 1966 Saarlouis war von Beginn an eine feste Größe:Teilnahme mit zwei MannschaftenMeister der Landesliga1983: BC 1966 Saarlouis1986: BC 1966 Saarlouis2021: BC 1966 Saarlouis2023: BC 1966 SaarlouisMeister der Landesliga 1986:v.l. Gerd Wientjes, Werner Schmidt, Otto Fritsch, Monika Fritsch, Stefan Wientjes, Ludwig Hoeller, Markus MeyerGroße Turniere und sportliche Höhepunkte (1977–1984)In diese aktive Phase fielen mehrere sportliche Großereignisse, die für den Verein und die gesamte saarländische Bouleszene von großer Bedeutung waren.Bemerkenswert ist dabei ein historisches Kuriosum: Saarlouis war damals als Unterabteilung des Creutzwalder Clubs Mitglied – ein heute kaum vorstellbares Unikum.Wichtige Turniere dieser Jahre:Großer Concours in Creutzwald mit rund 100 Doublettes1979: Saarlouis richtet die erste Saarlandmeisterschaft Doublette aus28 DoublettesSieger: Finke/Finke (Homburg)1981: Deutsche Meisterschaft in Saarlouis71 TriplettesSieger: Hornikkel/Tsuroupa/Tsuroupa (Berlin)Saarwellingen erreichte den zweiten Platz1984: WM‑Qualifikation des DPV in Saarlouis56 TriplettesQualifiziert: Freiburg und SingenDiese Turniere unterstreichen die sportliche Bedeutung Saarlouis in dieser Zeit – nicht nur regional, sondern regelmäßig auch bundesweit. Beitragsnavigation Aufstieg zu einem überregional bekannten Turnier Das 3. Jahrzehnt